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VR-Bank Muldental hält die Stellung

Wurzen/Grimma:Trotz spürbarer Auswirkungen der Niedrigzinspolitik will das Geldinstitut vorerst keine Filialen schließen  Die Niedrigzinspolitik wird Auswirkungen auf die Bankenlandschaft haben. Der Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank Muldental eG gehört nicht zu denen, die die Welt bunter malen als sie ist. Aber auch nicht schwärzer.

„Die Quasi-Abschaffung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank wird wesentlich unsere Geschäftspolitik in Zukunft beeinflussen. Es kann in mehreren Bereichen zu kostenseitigen Konsequenzen kommen. In welcher Form genau, wissen wir jetzt noch nicht“, erklärte Vorstandsmitglied Frank Seewald. Klar sei aber, dass die Einlagen der Kunden zurückgehen werden – Sparen lohnt nicht mehr – „die Sparer sind die Verlierer“. Und das Kreditgeschäft wird – auch wegen des starken Wettbewerbes – anders gestaltet werden müssen.

Dass in Zukunft auch im Filialnetz der Muldentaler VR-Bank (derzeit acht Niederlassungen) Anpassungen notwendig sein werden (Sparkasse und Volksbank Leipzig haben Schließungen vollzogen oder angekündigt) können auch Seewald und Vorstandskollegin Carmen Ewald nicht ausschließen. „Allerdings sicher nicht in diesem Jahr“ so Seewald. Man werde perspektivisch Kosten senken müssen, um dem wachsenden Druck in der Branche gewappnet zu sein. Der sich aber nicht nur aus der Nullzinspolitik ergibt, sondern auch durch einen gestiegenen bürokratischen Aufwand seit der Finanzkrise erklärt werden kann. Frank Seewald: „Es gibt inzwischen vier große Aufsichtsbehörden, die Gesetze und Regeln erlassen und Kontrollfunktionen ausüben. Gerade für kleinere Banken wie uns, bedeutet das einen zusätzlichen Arbeitsaufwand, der enorm ist und Kosten, Kräfte und Kapazitäten frisst.“

Der Blick nach vorn fällt derzeit auch der genossenschaftlichen Bank leichter, wenn sie dabei gleichzeitig einen zurück wirft. Carmen Ewald: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und gut gewirtschaftet. Das stärkt uns für alles, was vor uns liegt.“ Die Kunden haben dem Haus im vergangenen Jahr noch einmal rund 20 Millionen Euro mehr Einlagen anvertraut als 2014. Die Bilanzsumme stieg auf 425 Millionen Euro und auch das wirtschaftliche Eigenkapital der VR-Bank Muldental ist 2015 weiter gewachsen – auf 45,8 Millionen Euro.

Gutes Rüstzeug für schwere Zeiten. „Für die nächsten fünf Jahre sind wir optimistisch. Ziel ist es, auch darüber hinaus eigenständig zu bleiben. Auch, weil wir uns unserer Stärke als regionale Bank bewusst sind. Wir können als Bank vor der Haustür Kundennähe, Schnelligkeit und Glaubwürdigkeit garantieren. Besser als große Banken“, so Seewald weiter.

Demografische Entwicklung, die Bedeutung technischer Finanzdienstleistungen und die Zinspolitik werden aber zu Anpassungen führen. Welche, die planbar sind (Onlinemarkt) und welche, die ein derzeit undurchschaubarer Weltmarkt bringen wird.

VON THOMAS LIEB

 

Quelle: LVZ vom 23.03.2016